Im Rahmen der schulischen Berufsorientierung hat Herr Kühme, Karriereberater der Bundeswehr, am Donnerstag, 16. Juli 2026 die 7. und 8. Klasse über Ausbildung, Karrieremöglichkeiten und zivile Berufe in der Truppe informiert.
Zum Auftakt lief ein kurzer Filmclip, der die Vielfalt militärischer Aufgaben mit starken Kontrasten verdichtete: laut und leise, oben und unten, sichtbar und unsichtbar, nass und trocken – „alles wir, alles hier“.
Herr Kühme ordnete die Bundeswehr historisch und rechtlich ein: Gegründet 1955 nach intensiven gesellschaftlichen Debatten, ist sie im Grundgesetz verankert und als „Parlamentsarmee“ dem Bundestag verpflichtet, der über Auslandseinsätze entscheidet. Der Auftrag reicht von der Landes- und Bündnisverteidigung über Auslandseinsätze – etwa Evakuierungen – bis zur Katastrophenhilfe bei Hochwasser, Unwettern oder Erdbeben. Konkrete Beispiele wie die Unterstützung im Ahrtal und die Alarmrotte der Luftwaffe zur Luftraumsicherheit machten die Bandbreite greifbar.
Aktuell zählt die Bundeswehr rund 186.000 Soldatinnen und Soldaten sowie 80.602 Zivilbeschäftigte. Deutschland ist seit 1955 Mitglied der NATO, einem Bündnis mit rund 3,5 Millionen Soldaten, in dem man im Angriffsfall füreinander einsteht. Derzeit beteiligt sich die Bundeswehr an 17 Einsätzen auf drei Kontinenten mit etwa 2.000 Soldatinnen und Soldaten. Um als Verteidigungsarmee wahrgenommen zu werden, sieht der Auftrag im Bündnis vor, die Personalstärke bis 2035 auf etwa 260.000 Soldaten zu erhöhen.
Ausbildungs- und Karrierewege wurden differenziert vorgestellt: Beschäftigung nach Tarifvertrag, Laufbahnen als Beamtin/Beamter sowie der neue Wehrdienst. Nach Darstellung von Herrn Kühme sieht das neue Wehrdienstgesetz vor, dass 18‑jährige Männer einen Fragebogen erhalten und beantworten müssen; Frauen können ihn freiwillig ausfüllen. Wer grundsätzlich kein Interesse äußert, wird dennoch gemustert.
Deutlich benannt wurde auch das Gefahrenspektrum im Einsatz: von Arbeitsunfällen über Anschläge und Naturkatastrophen bis zu Bränden, giftigen Tieren oder Seeminen.
Strukturell gliedert sich die Bundeswehr in Heer, Luftwaffe und Marine sowie den Bereich Cyber- und Informationsraum. Neu ist das Kommando Weltraum, das sich unter anderem mit Bedrohungen für Satelliten befasst.
Nach der Präsentation blieb Raum für Fragen der Schülerinnen und Schüler. Individuelle Beratungstermine in den Karrierecentern helfen, Möglichkeiten und Grenzen realistisch einzuschätzen.

